Die Ladezeit einer Webseite spielt für die Besucher-Akzeptanz eine große Rolle
Langsam ladende Webseiten haben weniger Besucher, weil die Menschen zu undgeduldig sind, um zu warten, bis der Inhalt geladen wird.
Daher ist die Geschwindigkeit, mit der eine Webseite geladen wird, sehr wichtig, um sie für Besucher interessant zu machen.
Das berücksichtigen auch die Suchmaschinen: eine Webseite mit kurzen Ladezeiten wird von den Suchmaschinen häufiger angezeigt, als eine, die langsam lädt.
Ladezeit messen
Neben dem subjektiven Empfinden („die Webseite lädt ja eeewig“) gibt es Tools, um die Geschwindigkeit zu messen. Ich verwende hierfür gerne das Tool Page Speed Insight. Das Beitragsbild und die beiden Bilder unten zeigen die Werte, die von diesem Tool ermittelt wurden.
Es bietet gute Anhaltspunkte und Verbesserungsvorschläge.
Achtung: das Tool kann zu verschiedenen Zeitpunkten unterschiedliche Werte liefern. So kommen bei dieser Webseite hier bei mehreren Messungen für die Darstellung am Computer Werte zwischen 95% und 100% heraus, für mobil liegen die Werte zwischen 90% und 95%.
Plugins
Grundsätzliches
Bei der Gestaltung von Webseiten gilt in Bezug auf Plugins „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“. Jedes installierte Plugin muss geladen werden und das kostet Zeit. Aus diesem Grund ist es erstrebenswert, den Einsatz eines jeden Plugins kritisch zu hinterfragen und zu überlegen, ob es wirklich benötigt wird.
Caching
Als Caching wird der Vorgang bezeichnet, Webseiten-Inhalte in einem schnellen Puffer-Speicher (Cache) zwischen zu speichern. Dadurch muss die Webseite nicht jedesmal aus den Anweisungen neu aufgebaut werden, sondern kann schnell aus dem Cache abgerufen werden.
Neben einem auf dem persönlichen Computer existierenden Browser-Cache kann auch ein Caching-Plugin installiert werden, welches die Seiten-Inhalte vorrätig hält und so die Ladezeiten verringern kann.
Ich persönlich bin kein Freund von Caching-Plugins, weil ich häufig erlebe, dass sie bei Änderungen an der Webseite Darstellungsprobleme verursachen können. Wenn man nicht ganz konsequent nach Änderungen sowohl den Webseiten- als auch den Browser-Cache leert, kann es vorkommen, dass die Seite anschließend „zerschossen“ aussieht. Darüber hinaus waren bei meinen Versuchen die Vorteile bei den Ladezeiten so gering, dass sich der Aufwand in meine Augen nicht lohnt.
Daher verwende ich auf den meisten Seiten kein Caching-Plugin.
Bild-Optimierung
Die Größe und Anzahl von Bildern beeinflusst die Ladezeit einer Webseite enorm.
Aus diesem Grund ist es notwendig, Bilder für die Webseite sowohl hinsichtlich der Abmessungen (Kanten-Länge) als auch der Datei-Größe bereits vor dem Hochladen auf die Webseite den tatsächlichen Anforderungen anzupassen. Dies ist ein erster wesentlicher Schritt, der häufig bereits genügt um das Laden der Seite nicht unnötig zu verzögern.
Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, ein Plugin zur Bild-Optimierung zu verwenden. So gibt es z.B. Plugins, die Bilder nicht nur komprimieren, sondern auch die modernen Bildformate webp oder avif zur Verfügung stellen können. Bild-Dateien in diesem Format benötigen deutlich weniger Speicherplatz und können von modernen Browsern deutlich schneller geladen werden, als die standardmässigen Bildformate jpg oder png.
Solch ein Plugin ist in der Regel kostenpflichtig und man muss abwägen, ob man es braucht und/oder will.
Theme-Auswahl
Aufgrund der Ladezeiten habe ich mich vor einigen Jahren entschieden, neben dem Theme Divi einen Teil meiner Webseiten mit GenratePress zu gestalten.
Divi
Divi hat einen sehr umfangreichen Funktionsumfang und ist leicht zu bedienen. Das kommt meinen Kunden entgegen, wenn sie später noch Änderungen an ihren Seiten vornehmen wollen. Der Nachteil ist, dass es bezüglich der Ladezeiten vergleichsweise schlecht abschneidet.
GeneratePress
GeneratePress hat einen geringeren Funktionsumfang und beruht auf der Verwendung von Gutenberg Blocks, den in WordPress enthaltenen Modulen. Das optionale Plugin GenerateBlocks enthält nur 6 zusätzliche Module, für erweiterte Module muss man GenerateBlocks Premium im jährlichen Abo dazu buchen. Dafür ist GeneratePress sehr schlank und ermöglicht sehr kurze Ladezeiten.
Neu: Divi5
Seit Herbst 2024 (also seit über einem Jahr) wird eine komplett neu entwickelte Version des oben erwähnten Divi Themes angekündigt.
Mittlerweile (Ende 2025) befindet sich das Theme in der allgemein verfügbaren Version Public Beta 5.0. Es ist also nach wie vor nicht offiziell veröffentlicht, sondern befindet sich in einer – wenn auch sehr weit fortgeschrittenen – Testphase.
Diese Version läuft so stabil, dass ich sie bereits für erste Kundenprojekte verwende.
Der riesengroße Vorteil von Divi5 gegenüber der bisherigen Versionen von Divi: es ist möglich, damit im Vergleich zur Vorgänger-Version rasend schnelle Webseiten zu erstellen!
Diese Webseite
Um die Ladezeiten zu optimieren hatte ich diese Webseite ursprünglich mit GeneratePress aufgebaut.
Darüberhinaus verwende ich das Plugin „ShortPixel Image Optimizer“ um die bereits vor dem Hochladen auf die Bedürfnisse der Webseite angepassten Fotos zu optimieren. Für dieses Plugin kann man sich „Credits“ kaufen, über die dann die Bildoptimierungen abgerechnet werden.
Nachdem nun Divi5 als Beta bereits verfügbar ist, habe ich nach ersten Tests beschlossen, diese Webseite von GeneratePress auf Divi5 umzustellen. Grund dafür ist die deutlich verbesserte Ladegeschwindigkeit in Kombination mit dem Funktionsumfang von Divi5.
Wie man den nachfolgenden Screenshots entnehmen kann, sind die Ladegeschwindigkeiten sowohl auf dem Desktop als auch mobil hervorragend (dass die Werte für die Barrierefreiheit nicht optimal sind ist mir bewusst).
Fazit
Ich sehe der offiziellen Veröffentlichung des Themes Divi5 gespannt entgegen und erhoffe mir massive Verbesserungen bezüglich der Ladezeiten vor allem bei den Kundenseiten, die im Moment nicht wirklich schnell laden.